+++ EILMELDUNG: PRE-SEED FINANZIERUNG WEGEN CORONA AUSGEWEITET +++ mehr erfahren
+++ BEWERBT EUCH JETZT AUF BIS ZU 320.000 EURO +++ mehr erfahren

PRE-SEED FONDS FAQ

Hier findet ihr alle wichtigen Fragen zum Pre-Seed Fonds von Start-up BW!

Rahmenbedingungen und Voraussetzungen

Was ist das Programm Pre-Seed BW überhaupt?

Pre-Seed BW ist ein Förderinstrument, das in einer frühen Gründungsphase ansetzt, um Start-ups soweit aufzubauen, dass in den nächsten 1-2 Jahren eine größere Finanzierungsrunde möglich ist. Die Zeit bis dahin kann mit Pre-Seed finanziell überbrückt werden und der Unternehmenswert nach oben gebracht werden.

Bei Pre-Seed handelt es sich um ein Wandeldarlehen, das im Regelfall zu 80% von der L-Bank (zinslos) und zu 20% von einem Co-Investor übernommen wird. Mehr dazu weiter unten bei Fördersumme und Verteilung.

Was sind die Voraussetzungen für die Förderung?

Das aussichtsreiche Gründungsvorhaben muss den entsprechenden Pre-Seed Betreuungspartner und Co-Investor überzeugen. Der Co-Investor muss sich damit zu mindestens 20% der benötigten Summe als Darlehen committen (mehr zu beiden Rollen in den nächsten Fragen) .

Darüber hinaus müssen folgende Rahmenbedingungen gegeben sein:
– GmbH oder UG muss gegründet worden sein (Auszahlung erfolg nur an juristische Entität)
– Unternehmenssitz des Start-up in Baden-Württemberg
– Start-up entspricht den EU-Regeln für KMU und befindet sich in der Seed-Phase bis max. 5 Jahre nach Gründung
– Bisherige Investitionen sind nicht höher als beantragte Fördermittel
– Bislang keine größeren Förderungen

Wer ist und was macht ein Betreuungspartner?

Die Pre Seed-Partner wurden vom Ministerium ausgewählt, um Start-ups bei Pre-Seed BW zu betreuen. Sie sind der erste Ansprechpartner im Rahmen der Förderung. Jedes Start-up sucht sich den passenden Partner selbst aus.

Wir, der >SMART> GREEN ACCELERATOR, sind sehr stolz einer der Partner zu sein und begleiten Start-ups bei der Entwicklung des Businessplans, der Suche nach einem Co-Investor und dem Antragsprozess. Zudem sorgen wir im jeweiligen Ökosystem für Unterstützung und schlagen das Start-up dem Ministerium für Pre-Seed vor. Wir begleiten Start-ups bis zur nächsten Finanzierungsrunde.

Worauf ist bei Co-Investoren zu achten?

Co-Investoren müssen für das Vorhaben des Start-up nützlich sein. Das heißt, sie sollten z.B. die Branche kennen oder über wesentliches Know-how verfügen, um dem Start-up weiter zu helfen: Türen öffnen, Kontakte herstellen, hin und wieder einen guten Rat geben. Sie sollen aber ausdrücklich kein Tagesgeschäft machen. Zudem sind Co-Investoren aus dem Kreis Family & Friends für Pre-Seed nicht zugelassen.

Ein Co-Investor muss mindestens 20% der Pre-Seed Summe als Wandeldarlehen übernehmen. Es kann auch auf denselben Betrag der L-Bank also 50% aufgestockt werden (mehr dazu unter Fördersumme und Verteilung).

Kann man trotz Exist-Förderung oder ifex-Innovationsgutschein Pre-Seed beantragen?

Ja. Pre-Seed kann ein sehr guter Anschluss sein.

Fördersumme und Verteilung

Wieviel Geld kann ein Start-up beantragen?

50.000 bis 200.000€ können beantragt werden. 80% der Gesamtsumme kommen dabei zinslos vom Land Ba-Wü bzw. der L-Bank und die restlichen 20% von einem Co-Investor. Dieser kann den Anteil auf maximal 50% erhöhen, wobei die Summe vom Land gleich bleibt. Im besten Fall wären das dann 160.000€ von der L-Bank und 160.000 € vom Co-Investor mit einem Antrag.

In Ausnahmefällen kann ein Start-up auch zwei Runden mit bis zu 200.000€ und damit in Summe 400.000€ beantragen. Dieses Vorhaben muss dann bereits in der ersten Runde klar dargelegt werden.

Muss das Geld vom Land zurückgezahlt werden?

Das Geld vom Land ist ein Darlehen mit starkem Schutz für Start-ups. Die Start-ups bürgen dafür nicht. Von der großen Finanzierungsrunde nach Pre-Seed muss das Darlehen aber zurückgezahlt werden – außer die L-Bank will es in Anteile wandeln. Das ist aber nicht sehr wahrscheinlich.

Sind Investments vor oder während Pre-Seed außerhalb des Programmes erlaubt?

Zum Zeitpunkt der Antragstellung darf das Eigenkapital des Startups nicht höher sein, als die beantragte Gesamtsumme für Pre-Seed. Vorherige Investments (auch mit Wandeloption) sind also kein Problem, solange sie nicht zu diesem Ausschlusskriterium führen.

Verträge und Laufzeiten

Welche Verträge werden geschlossen?

Das Start-up schließt jeweils einen Vertrag mit
– dem Co-Investor über ein Nachrangdarlehen (mehr dazu weiter unten) mit Wandlungsoption
– der L-Bank über eine Zuwendung mit Rückzahlungsvorbehalt und Wandlungsrecht

Es besteht keine Verknüpfung zwischen beiden Verträgen. Die Laufzeiten sollten aber gleich lange sein (mehr dazu weiter unten).

Der Pre-Seed-Partner hat einen Vertrag mit dem Land, in dem er sich zur Betreuung verpflichtet.

Was bedeutet "Nachrangdarlehen"?

Der Darlehensgeber tritt mit seiner Forderung hinter alle anderen Forderungen zurück, d.h., er würde als letzter bezahlt. Damit ist das Darlehen eigenkapitalähnlich.

Welche Laufzeiten haben die Verträge?

Die beiden Verträge sind nicht aneinander gekoppelt, sollten aber eine gleiche Laufzeit haben. Eine Grundlaufzeit in der Form gibt es nicht. Im Standardfall werden Verträge über 24 oder 36 Monate geschlossen. Eine Verlängerung um je 12 Monate ist möglich, bis maximal 5 Jahre erreicht werden.

Wie hoch ist der Zinssatz fürs Darlehen des Co-Investors?

Der Zinssatz wird bilateral frei verhandelt. In der Regel umfasst er aber eine Spanne von 3 – 6 % p.a.

Falls jetzt Fragen zum Zinssatz für das Darlehen der L-Bank aufkommen: Dieses ist zinslos, wenn nicht im ersten Jahr getilgt wird (mehr dazu weiter unten unter Rückzahlungsoptionen).

Was ist das Finanzierungsgremium?

Entscheidungen und Änderungen im Zusammenhang mit dem Vertrag werden im Finanzierungsgremium getroffen. Es hat das letzte Wort in allem, was das Projekt angeht und muss daher unbedingt informiert und um Zustimmung gebeten werden. Das betrifft z.B. folgende Themen:

– Änderungen der Rechtsform
– Aufnahme neuer Teammitgliedern
– Aufnahme neue Gesellschafter i.S.v. Co-Investoren
– Konditionen neuer Gesellschafter
– …

Der letzte Punkt bezieht sich darauf, dass keine „Nebenabreden“ stattfinden dürfen. Alle Konditionen müssen gleichermaßen für L-Bank und Co-Investor verfügbar sein.

Das Finanzierungsgremium setzt sich aus folgenden Vertretenden zusammen:

– Ministerium
– L-Bank
– Co-Investor
– Pre-Seed-Partner
– Start-up

Achtung: Bei mehr als einen Co-Investor, haben sie zusammen nur eine Stimme! Entscheidungen werden einstimmig getroffen.

Das Finanzierungsgremium kann sich persönlich treffen, viel eher wird es aber per Rundmail zu Entscheidungen kommen.

 

Prozess der Förderung

Wer entscheidet, ob das Start-up Pre-Seed erhält und wie wird entschieden?

Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, die Zusage vom Co-Investor zu mind. 20% gegeben ist und der Pre-Seed Betreuungspartner überzeugt ist, stellt dieser das Start-up im Ministerium vor. Es erfolgt eine Jurysitzung, wo das Start-up die Geschäftsidee pitcht. Erteilt das Ministerium dann eine Zusage, können die Antragsunterlagen bei der L-Bank eingereicht werden. Die Zusage des Ministeriums ist 6 Monate gültig.

Was muss bei der L-Bank eingereicht werden?

– Antrag
– Anlage nach dem Geldwäschegesetz
– Co-Investorenvertrag
Die Vorlagen zu den eben genannten Unterlagen erhält das Start-up vom Betreuungspartner

– Businessplan
– Auszug Handelsregister bzw. Gründungsurkunde
– Letzter Jahresabschluss oder Eröffnungsbilanz
– Gesellschafterliste und Kopien der Personalausweise der GründerInnen
– Gesellschafterbeschluss zur Aufnahme eines Darlehen
– Stellungnahme des Pre-Seed-Partners
– Zustimmung Ministerium
Die letzten beiden Punkte werden vom Betreuungspartner erstellt und geliefert

Was bedeutet "Finanzierungsvorbehalt"?

Die Zustimmung des Ministeriums gilt als Empfehlung an die L-Bank. Diese stellt 14 Millionen Euro für Pre-Seed zur Verfügung. Der Vorbehalt bezieht sich darauf, dass die L-Bank aber nur auszahlen kann, wenn noch Geld im Pre-Seed Topf ist. Wenn alle Voraussetzungen geklärt sind, sollte also nicht zu lange mit der Antragstellung gewartet werden.

Wann erhält das Start-up eine Rückmeldung von der L-Bank, sobald die Antragsunterlagen eingereicht wurden?

Entscheidungen werden innerhalb von 15 Bankarbeitstagen nach Einreichung der notwendigen Unterlagen getroffen. Wenn es keine Einwände gibt, wird die Auszahlung i.d.R. in wenigen Tagen gestattet.

Große Finanzierungsrunde, Rückzahlungs- und Wandlungsoptionen

Was bedeutet "große Finanzierungsrunde"? Wann gilt diese als erfolgreich?

Für schnelles Wachstum ist deutlich mehr Finanzbedarf als die Frühphasenfinanzierung notwendig. Pre-Seed dient daher dem Anschub, die Start-ups sollten aber auf Basis dieser Finanzierung anfangen, nach der nächsten, größeren Finanzierungsrunde Ausschau zu halten. Das können private Investoren, eine VC-Gesellschaft, eine Bank oder sonstige Kapitalgeber sein.

Erfolgreich ist eine Finanzierungsrunde wenn sie höher als die beantragte Darlehenssumme ausfällt. Eine erfolgreiche Finanzierungsrunde während der Pre-Seed Vertragslaufzeit löst die Wandlungsoption der L-Bank und des Co-Investors aus (mehr dazu in den nächsten Fragen).

Welche Wandlungsoptionen gibt es für die L-Bank und Co-Investoren?

Die Wandlungsoption wird ausgelöst, wenn während der Laufzeit eine erfolgreiche Finanzierungsrunde stattfindet. Dem Der Co-Investor stehen mind. 3% („Floor“) und max. 10% zu. Die Obergrenze gilt auch für die L-Bank, zusammen also höchstens 20%. Die Wandlungsoption wird von der L-Bank meist nicht genutzt, ist bei den Co-Investoren aber sehr wahrscheinlich. Co-Investor und L-Bank entscheiden also separat und unabhängig voneinander darüber – immer bilateral mit dem Start-up.

Wichtig: Co-Investor und L-Bank dürfen wandeln, MÜSSEN es aber nicht.
Die Wandlung selbst geschieht zum Marktpreis.

Wie sind die Wandlungsoptionen ohne erfolgreiche Finanzierungsrunde?

Findet während der Vertragslaufzeit keine erfolgreiche Finanzierungsrunde statt, kann unter Umständen dennoch gewandelt werden. Die Einigung sowie die Modalitäten für diesen Fall sollten aber bereits bei Vertragsunterzeichnung zwischen Co-Investor und Startup festgelegt werden. Das Finanzierungsgremium muss dieser Einigung aber zustimmen.

Wie sehen die Rückzahlungsoptionen aus, wenn nicht gewandelt wird?

Mit einer großen Finanzierungsrunde muss das Darlehen zurückgezahlt werden, sofern die L-Bank und der Co-Investor nicht wandeln wollen.

Das Darlehen der L-Bank kann nach den ersten 12 Monaten zinslos getilgt werden. Findet das Start-up aber schon innerhalb der ersten 12 Monate einen Investor und möchte sich von der L-Bank lösen, kann mit einem Bonus von 20% zurückgezahlt werden. So wird die L-Bank ausgelöst und die Anteile können anderweitig verwendet werden.

Der Zinssatz für das Darlehen des Co-Investors wird bilateral verhandelt (mehr dazu weiter oben unter Laufzeiten und Verträge).

Wie wird der Marktpreis für die Wandlung ermittelt?

Der Markpreis entspricht dem Wert des Start-ups für die Investoren der ersten großen Finanzierungsrunde. Zwei Informationen sind dafür notwendig: Die Summe des geplanten Investments und die dafür ausgegebenen Unternehmensanteile. Auf Basis dessen wird auf 100% hochgerechnet.

Beispiel: Ein Start-up gibt 10% für 1 Mio € ab, also sind 10% des Unternehmens zukünftig 1 Mio € wert. Die Unternehmensbewertung umfasst demnach 10 Mio €.

Was ist mit der Deckelung von 10%, wenn das Co-Investment bei geringem Marktpreis 10% übersteigt?

Wenn der Marktpreis des Start-ups so gering ist, dass das eingezahlte Geld von L-Bank und Co-Investor höher ist, als der Wert der gedeckelten 10% für die Wandlung, bleibt der Restbetrag weiterhin als Darlehen im Unternehmen.

Beispiel: Die 40.000 € des Co-Investors entsprechen 15% des Unternehmenswertes. Der Co-Investor kann trotzdem nur 10% wandeln (= 26.666€) und die übrigen 13.334€ bleiben als Darlehen bestehen.

Kann in Co-Investor auch direkt nach Vertragsabschluss sein Wandlungsrecht geltend machen?

Ja, das ist möglich. Da es aber den Vertrag betrifft muss das Finanzierungsgremium darüber informiert und um Zustimmung gebeten werden. Hinzu kommt, dass die gleichen Konditionen der L-Bank angeboten werden müssen. Andernfalls handelt es sich um nicht erlaubte Nebenabreden.

Vorteile für Start-ups und Co-Investoren

Was haben die Start-ups davon?

Pre-Seed bietet die Gelegenheit, einen interessanten Partner erst einmal kennenzulernen, ohne am Anfang zu viele Anteile für zu wenig Geld abgeben zu müssen. Die Wandlungsoption ist für Co-Investor und L-Bank auf je 10% gedeckelt, also maximal 20%. Hinzu kommt natürlich die enge Betreuung durch den Pre-Seed Partner, der sich mit den Verträgen und Anforderungen bestens auskennt.

Was haben die Co-Investoren davon?

Auch der Co-Investor kann das Start-up erst einmal kennenlernen, ohne sich zu etwas Großem zu committen. Pre-Seed bietet Co-Investoren die Chance, die Entwicklung eines interessanten Start-ups mitzuerleben und mitzugestalten, aber das Risiko mit nur 20 bis 50% der benötigten Summe gewaltig zu reduzieren. Als Bonus und Anerkennung erhält der Co-Investor eine Wandlungsoption mit mindestens 3% („Floor“) sowie einem Discount in Höhe von 20% und Vorkaufsrecht. Durch Pre-Seed spart sich der Co-Investor zudem Geld für eine Due-Dilligence-Prüfung, die sonst Anwälte und Steuerberater durchführen würden. Zu guter Letzt ermöglicht ein Co-Investor einem Start-up, einen erheblichen Betrag vom Land zu bekommen. Damit kann die Start-up-Szene in der Region gestärkt werden.

Worst-Case-Szenario: Kein Folgeinvestment und kein Wandlungsinteresse

Kann der Co-Investor eine Rückzahlung fordern?

Die Rangrücktrittserklärung im Co-Investorenvertrag schützt das Start-up und stellt alle Forderungen des Co-Investors hinter Forderungen anderer Gläubiger (L-Bank ausgenommen). Die Rückzahlung darf daher nur verlangt werden, wenn dadurch keine Insolvenzgefahr entsteht. Teilzahlungen sind aber durchaus möglich. Das Risiko eines Totalverlustes besteht.

Ist das Co-Investment bei Totalverlust des Start-ups steuerlich absetzbar?

Neben institutionellen Investoren können auch private Geldgeber Verluste durch Kreditausfälle steuerlich geltend machen. Der Bundesfinanzhofs (BFH) hat im Oktober 2017 das entsprechende Urteil gefällt.

Haften die Gründer*innen im Zweifelsfall persönlich?

Die Gründer*Innen können persönlich für die 20% bürgen, aber man kann sie nicht dazu verpflichten.

Die L-Bank kann wiederrufen und eine Rückzahlung fordern, wenn feststeht, dass das Vorhaben sich nicht verwirklichen lässt ($4.1 e). Allerdings gilt auch hier die Regelung zur Vermeidung eines Insolvenzverfahrens. Tatsächlich ist das etwas schwammig, aber der Schutz besteht auch hier im Rangrücktritt. Auch hier greift dann die Verjährung (nach 5 Jahren). Das ist schon eine sehr hohe Schutzwirkung.