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PRE-SEED FONDS FAQ

Hier findet ihr alle wichtigen Fragen zum Pre-Seed Fonds von Start-up BW!

Rahmenbedingungen und Voraussetzungen

Was ist das Programm Pre-Seed BW überhaupt?

Pre-Seed BW ist eine Darlehensfinanzierung für die frühe Phase, um Start-ups soweit aufzubauen, dass in den nächsten 1-2 Jahren eine größere Finanzierungsrunde möglich ist. Die Zeit bis dahin kann mit Pre-Seed finanziell überbrückt werden und der Unternehmenswert nach oben gebracht werden.

Was sind die Voraussetzungen für die Förderung?

Erstmal brauch es ein tragfähiges Konzept, das den entsprechenden Pre-Seed Betreuungspartner (mehr dazu weiter unten) und Co-Investor überzeugt. Der Co-Investor muss sich damit zu mindestens 20% der benötigten Summe als Darlehen committen.

Darüber hinaus müssen folgende Rahmenbedingungen gegeben sein:
– GmbH oder UG muss gegründet worden sein (Auszahlung erfolg nur an juristische Entität)
– Unternehmenssitz des Start-up ist in Baden-Württemberg
– Das Start-up müsst den EU-Regeln für KMU entsprechen und in der Seed-Phase bis 5 Jahre nach Gründung sein
– Gründer halten mindestens 75% der Anteile
– Bisherige Investitionen nicht höher als beantragte Fördermittel
– Bislang keine größeren Förderungen

Wer ist und was macht ein Betreuungspartner?

Die Pre Seed-Partner wurden vom Ministerium ausgewählt, um Start-ups bei Pre-Seed BW zu betreuen. Sie sind der erste Ansprechpartner im Rahmen der Förderung. Jedes Start-up sucht sich den passenden Partner selbst aus.

Wir, der >SMART> GREEN ACCELERATOR, sind sehr stolz einer der Partner zu sein und begleiten Start-ups bei der Entwicklung des Businessplans, der Suche nach einem Co-Investor und dem Antragsprozess. Zudem sorgen wir im jeweiligen Ökosystem für Unterstützung und schlagen das Start-up dem Ministerium für Pre-Seed vor. Wir begleiten Start-ups bis zur nächsten Finanzierungsrunde.

Was sind gute Co-Investoren?

Co-Investoren müssen für das Vorhaben des Start-up nützlich sein. Das heißt, sie sollten z.B. die Branche kennen oder über wesentliches Know-how verfügen, um dem Start-up weiter zu helfen: Türen öffnen, Kontakte herstellen, hin und wieder einen guten Rat geben. Sie sollen aber ausdrücklich kein Tagesgeschäft machen. Zudem sind Co-Investoren aus dem Kreis Family & Friends für Pre-Seed nicht zugelassen.

Kann man trotz Exist-Förderung oder ifex-Innovationsgutschein Pre-Seed beantragen?

Ja. Pre-Seed kann ein sehr guter Anschluss sein.

Fördersumme und Verteilung

Wieviel Geld kann ein Start-up beantragen?

50.000 bis 200.000€ können beantragt werden. Davon kommen 80% (zinslos), also 160.000€, vom Land und die restlichen 20% von einem Co-Investor. Dieser kann seinen Anteil auch auf maximal 50% erhöhen, wobei die Summe vom Land gleich bleibt. Damit hat ein Start-up die Chance auf bis zu 320.000€ (zwei mal 160.000€).

In Ausnahmefällen kann ein Start-up auch zwei Runden mit bis zu 200.000€ und damit in Summe 400.000€ beantragen. Dieses Vorhaben muss dann bereits in der ersten Runde klar dargelegt werden. Mal angenommen der Co-Investor erhöht in beiden Runden auf 50% hat ein Start-up die Chance auf insgesamt 640.000€ (80% von 400.000€ kommen vom Land, also 320.000€ und der Co-Investor erhöht mit der gleichen Summe auf 50%).

Muss das Geld vom Land zurückgezahlt werden?

Das Geld vom Land ist ein Darlehen mit starkem Schutz für Start-ups. Die Start-ups bürgen dafür nicht. Von der großen Finanzierungsrunde nach Pre-Seed muss das Darlehen aber zurückgezahlt werden – außer die L-Bank will es in Anteile wandeln. Das ist aber nicht sehr wahrscheinlich.

Verträge und Laufzeiten

Wer schließt mit wem einen Vertrag?

Im Mittelpunkt steht das Start-up. Das schließt jeweils einen Vertrag mit
– dem Darlehensgeber (Co-Investor): Darlehensvertrag mit Wandlungsoption
– der L-Bank: Darlehensvertrag, Nachrang mit Besserungsschein und Wandlungsoption

Es besteht keine Verknüpfung zwischen Co-Investorenvertrag und L-Bank Vertrag. Die Laufzeiten sollten aber gleich lange sein.

Der Pre-Seed-Partner hat einen Vertrag mit dem Land, in dem er sich zur Betreuung verpflichtet.

Was bedeutet "Nachrangdarlehen"?

Der Darlehensgeber tritt mit seiner Forderung hinter alle anderen Forderungen zurück, d.h., er würde als letzter bezahlt. Damit ist das Darlehen eigenkapitalähnlich.

Was bedeutet "Besserungsschein"?

Ein Besserungsschein sorgt dafür, dass das Start-up kein Darlehen in den Büchern hat, wenn es überschuldet wärt, es lebt aber auf, wenn die Rückzahlung möglich ist.

Wie lange ist die Laufzeit der Verträge?

Die beiden Verträge sind nicht aneinander gekoppelt, sollten aber eine gleiche Laufzeit haben. Eine Grundlaufzeit in der Form gibt es nicht. Im Standardfall werden Verträge über 24 oder 36 Monate geschlossen. Eine Verlängerung um 12 Monate ist möglich, bis maximal 5 Jahre erreicht werden.

Wie hoch ist der Zinssatz fürs Darlehen des Co-Investors?

Der Zinssatz wird bilateral frei verhandelt. In der Regel umfasst er aber eine Spanne von 3 – 6 % p.a.

Was ist das Finanzierungsgremium?

Entscheidungen im Zusammenhang mit dem Vertrag werden im Finanzierungsgremium getroffen, dazu zählen auch Änderungen der Rechtsform oder Teammitglieder. Das Gremium hat das letzte Wort in allem, was das Projekt angeht und setzt sich aus folgenden Vertretenden zusammen:
– Ministerium
– L-Bank
– Co-Investor
– Pre-Seed-Partner
– Start-up

Achtung: wenn es mehr als einen Co-Investor gibt, haben sie zusammen nur eine Stimme! Entscheidungen werden einstimmig getroffen.

Das Finanzierungsgremium kann sich persönlich treffen, viel eher wird es aber per Rundmail zu Entscheidungen kommen.

Prozess der Förderung

Wer entscheidet, ob das Start-up Pre-Seed erhält?

Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, die Zusage vom Co-Investor zu mind. 20% gegeben ist und der Pre-Seed Betreuungspartner überzeugt ist, stellt dieser das Start-up im Ministerium vor. Erst eine Zusage von ihnen berechtigt zur Einreichung der Unterlagen bei der L-Bank. Diese Zusage ist 6 Monate gültig, wenn irgendetwas bei der Gründung länger dauert, muss das Start-up nochmals eine Zustimmung erlangen.

Was muss bei der L-Bank eingereicht werden?

– One-pager zum Vorhaben des Start-up
– Businessplan
– Zahlenwerk
– Auszug Handelsregister bzw. Gründungsurkunde
– Steuernummer, Umsatzsteuer-Identnummer
– Kopien der Personalausweise der GründerInnen
– Stellungnahme des Pre-Seed-Partners
– Zustimmung Ministerium (in Form eines Protokolls der Sitzung, erstellt vom Partner und die Bestätigung des Ministeriums)

Was bedeutet "Finanzierungsvorbehalt"?

Die Zustimmung des Ministeriums ist eine Empfehlung an die L-Bank, die aber nur auszahlen kann, wenn noch Geld im Topf ist. Daher ist es sinnvoll, nicht allzu lange mit der Beantragung zu warten.

Mit welcher Wartezeit für die Rückmeldung ist in etwa zu rechnen, wenn wir die Unterlagen bei der L-Bank eingereicht sind?

Entscheidungen werden innerhalb von 15 Bankarbeitstagen nach Vorlage des Beschlusses und Einreichung der notwendigen Unterlagen getroffen. Wenn es keine Einwände gibt, wird die Auszahlung damit i.d.R. in wenigen Tagen gestattet. Insgesamt geht das für Förderinstrumente extrem schnell.

Große Finanzierungsrunde, Rückzahlungs- und Wandlungsoptionen

Was bedeutet "große Finanzierungsrunde"? Wann gilt diese als erfolgreich?

Für schnelles Wachstum ist deutlich mehr Finanzbedarf als die Frühphasenfinanzierung notwendig. Pre-Seed dient daher dem Anschub, die Start-ups sollten aber auf Basis dieser Finanzierung anfangen, nach der nächsten, größeren Finanzierungsrunde Ausschau zu halten. Das können private Investoren, eine VC-Gesellschaft, eine Bank oder sonstige Kapitalgeber sein.

Erfolgreich ist eine Finanzierungsrunde, wenn sie höher als die beantragte Darlehenssumme ausfällt.

Was passiert nach erfolgreicher Finanzierungsrunde?

Mit dieser größeren Finanzierung muss das Darlehen zurückgezahlt werden, sofern die L-Bank und der Co-Investor nicht wandeln wollen. Beide haben ein Recht auf 3% („Floor“) bis 10%, zusammen also höchstens 20%. Die Wandlungsoption wird von der L-Bank meist nicht genutzt, ist bei den Co-Investoren aber sehr wahrscheinlich. Co-Investor und L-Bank entscheiden also separat und unabhängig voneinander darüber – immer bilateral mit dem Start-up.

Wichtig: Co-Investor und L-Bank dürfen wandeln, MÜSSEN es aber nicht.
Die Wandlung selbst geschieht zum Marktpreis.

Wie errechnet man den Marktpreis für die Wandlung?

Auf der Basis dessen, was das Start-up für die Finanziers der ersten großen Finanzierungsrunde wert ist. Wenn das Start-up z.B. 10% für 1 Mio € verkauft, ist das ganze Unternehmen 10 Mio € wert und die Darlehen werden entsprechend bewertet.

Verpflichtet sich ein Start-up zu wandeln?

Ja, mit Unterschrift unter die Verträge und Annahme der Auszahlung ist ein Start-up einverstanden, dass gewandelt wird. Einzige Bedingung: das gilt nur, wenn eine Finanzierungsrunde zustande kommt. Was bei keiner erfolgreichen Finanzierungsrunde möglich ist, wird weiter unten beschrieben.

Was ist, wenn das Start-up im ersten Jahr einen Investor gefunden hat und sich von der L-Bank lösen möchte?

Das Darlehen der L-Bank kann innerhalb der ersten 12 Monate mit einem Bonus von 20% zurückgezahlt werden. Damit ist die L-Bank raus und die Anteile können anderweitig verwendet werden.

Ist eine Wandlung auch ohne erfolgreiche Finanzierungsrunde möglich?

Findet während der Laufzeit keine erfolgreiche Finanzierungsrunde statt, kann gesondert auch eine Wandlungsoption für diesen Fall vereinbart werden. Die Einigung sowie die Modalitäten können bereits bei Vertragsunterzeichnung festgelegt werden. Die Empfehlung geht sogar klar in die Richtung, sich vorne herein diesbezüglich zu einigen.

Deckelung nach Wandlung – und wenn das nicht reicht?

Wenn das eingezahlte Geld von L-Bank und Co-Investor höher ist, als die gedeckelten 10% für die Wandlung hergeben (der „Marktpreis“ des Unternehmens also gering ist), bleibt der Rest weiterhin als Darlehen im Unternehmen. Wenn z.B. die 40.000€ des Co-Investors 15% des Unternehmenswertes entsprechen, kriegt dieser trotzdem nur 10% (= 26.666€) und die restlichen 13.334€ bleiben als Darlehen bestehen.

Vorteile für Start-ups und Co-Investoren

Was haben die Start-ups davon?

Pre-Seed bietet die Gelegenheit, einen interessanten Partner erst einmal kennenzulernen, ohne am Anfang zu viele Anteile für zu wenig Geld abgeben zu müssen. Die Wandlungsoption ist für Co-Investor und L-Bank auf je 10% gedeckelt, also maximal 20%. Hinzu kommt natürlich die enge Betreuung durch den Pre-Seed Partner, der sich mit den Verträgen und Anforderungen bestens auskennt.

Was haben die Co-Investoren davon?

Auch der Co-Investor kann das Start-up erst einmal kennenlernen, ohne er/sie sich zu etwas Großem zu committen. Pre-Seed bietet Co-Investoren die Chance, die Entwicklung eines interessanten Start-ups mitzuerleben und mitzugestalten, aber das Risiko mit nur 20 bis 50% der benötigten Summe gewaltig zu reduzieren. Als Bonus und Anerkennung erhält der Co-Investor eine Wandlungsoption mit mindestens 3% so wie einen Discount und Vorkaufsrecht. Durch Pre-Seed spart sich der Co-Investor zudem Geld für eine Due-Dilligence-Prüfung, die sonst Anwälte und Steuerberater durchführen würden. Zu guter Letzt ermöglicht ein Co-Investor einem Start-up, einen erheblichen Betrag vom Land zu bekommen. Damit kann die Start-up-Szene in der Region gestärkt werden.

Worst-Case-Szenario: Das Start-up findet keinen Folgeinvestor

Welche Handlungsoptionen existieren, wenn es zu keiner weiteren Finanzierungsrunde kommt und der Co-Investor keine Wandlung wünscht?

Die Rückzahlung darf nur verlangt werden, wenn dadurch keine Insolvenzgefahr entsteht. Durch den Rangrücktritt ist das Start-up geschützt. Teilzahlungen sind aber durchaus möglich. Das Risiko eines Totalverlustes besteht.

Totalverlust: ist das für den Darlehensgeber/Co-Investor steuerlich absetzbar?

Unternehmen können einen Verlust steuerlich absetzen, aber auch Privatpersonen dürfen einen Verlust beim Finanzamt geltend machen. Der Bundesfinanzhof hat im Oktober 2017 entsprechend entschieden.

Haften die Gründer*innen im Zweifelsfall persönlich?

Die Gründer*Innen können persönlich für die 20% bürgen, aber man kann sie nicht dazu verpflichten.

Die L-Bank kann wiederrufen und eine Rückzahlung fordern, wenn feststeht, dass das Vorhaben sich nicht verwirklichen lässt ($4.1 e). Allerdings gilt auch hier die Regelung zur Vermeidung eines Insolvenzverfahrens. Tatsächlich ist das etwas schwammig, aber der Schutz besteht auch hier im Rangrücktritt. Auch hier greift dann die Verjährung (nach 5 Jahren). Das ist schon eine sehr hohe Schutzwirkung.